Anlässlich des
Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz rief das
Abgeordnetenhaus Berlin nun zum wiederholten Male Jugendliche dazu auf, ihre
mit dem Thema verbundenen Empfindungen
künstlerisch zu gestalten oder ihre politische Beschäftigung mit dem
Thema zu präsentieren. Dies gelang wieder auf beeindruckende Weise und zeigt,
wie wichtig eine derartige Veranstaltung für die Motivation sein kann, sich mit
dem doch eher unangenehmen Thema auseinanderzusetzen. Dem Projektbüro gelang es
auch diesmal, eine Vielzahl von Sponsoren zu finden, die nicht nur für das
Catering am Abend sorgten, sondern auch eine beachtliche Zahl von Preisen für
die ausgesprochen engagierten Jugendlichen zur Verfügung stellten.
Das Projekt bestand
aus der Vermittlung von Zeitzeugengesprächen, einer von den Jugendlichen
gestalteten Ausstellung, die vom 12.-18. Januar im Abgeordnetenhaus zu sehen
war, sowie einer Abendveranstaltung am 11. Januar 2005 mit einem
abwechslungsreichen gemischten Programm. Auch hier wurden die zum Teil nur im
weitesten Sinne mit dem Thema zusammenhängenden Präsentationen durch ein
Zeitzeugengespräch in den primären Zusammenhang gebracht, sodass der Anlass
nicht verloren ging. Besonders beeindruckend war die Präsentation des OSZ
Velten und Schulzentrum an der Alwin-Lonke-Straße,
Bremen, die über ihren Workshop „Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ
Sachsenhausen“ berichteten – in einer gelungenen Melange aus eigenen
Erfahrungsberichten der handwerklichen Tätigkeit vor Ort, mit der sie den
baulichen Erhalt der Gedenkstätte unterstützten und dem dort Gelernten über den
Häftlingsalltag, das durch das Vortragen von im KZ entstandene Musikstücke
eindrucksvoll vermittelt wurde.
Lediglich die
Bemerkung einer Schülerin, die zehnte Klasse ihrer Schule fahre jedes Jahr nach
Auschwitz „um das Grauen nachzuempfinden“ zeigt, dass gerade bei derartigen
Veranstaltungen eine spezifische pädagogische Betreuung der Teilnehmer
notwendig ist, denn dies kann ja wohl nicht primäres Ziel einer
Gedenkstättenfahrt sein. Vielleicht war diese Antwort der Aufregung zu
schulden, vor einem großen Publikum über die Erlebnisse zu berichten.
Weitere Informationen
über die Veranstaltung, die hoffentlich auch nächstes Jahr wieder für viele
Berliner Schüler eine Motivation bieten wird, sich mit dem Thema
auseinanderzusetzen, finden Sie im Internet unter http://denkmal-berlin.de
Nikoline Hansen